Geboren 21. November 1920 In der holländischen Kolonie Indonesien – Vater Holländer, Mutter Deutsche
Pensionat in Holland
Nach Schulabschluß bis Anfang des 2. Weltkrieges Sekretärin bei der Biskuitfabrik XOX Krankenschwester im Roten Kreuz
Nach 1945 beschäftigt als Dolmetscherin bei den Britischen Truppen in Nordrhein Westfahlen
Rapide Karriere bis persönlicher Referentin des Wirtschaftsministers von Nordrhein Westfahlen
Heiratet Louis Madison, Amerikaner, in 11956
Sohn Michael 1958
Verläßt die Landesregierung um mit ihrem Mann zusammen das Geschäft aufzubauen (Fabrikation und Vertrieb von Büromaschinen – Fotokopierer und Enthefter- Import und Vertrieb von Jazz Schallplatten, Discount Lebensmittel Läden in Düsseldorf, etc.)
1964 Hilfe um die Öffnung der ersten Montessori Schule in Düsseldorf zu etablieren
1979 Umzug nach San Francisco, USA mit ihrem Mann
1984 erste Freiwilligen-Arbeit mit AIDS Kranken in San Francisco
Oktober 1985 Ansprache bei der ersten Benefizveranstaltung für den Kampf gegen AIDS
November 1985 Einladung zur Universität Düsseldorf, um dort über den Umgang mit AIDS Kranken zu sprechen – dies war das erste Mal, daß in der Öffentlichkeit in Deutschland über die Akzeptanz der Homosexualität und die Opfer der Epidemie – meist junge Männer, gesprochen wurde
Die damalige Gesundheitsminsterin Rita Süssmuth übernahm die Schirmherrschaft für Vorträge zu diesem Thema in fünf Städten Deutschlands
Über die Jahre gab sie zahlreiche Interviews für Fernsehen und Radio, u.a. Biolek, Spiegel TV, Sat1 und 2, in der Schweiz, Österreich und der damaligen Tchechoslovakei. Sie sprach über ihre Erfahrungen mit AIDS Kranken und deren Pflege, deren Verstoßenwerden und das Leiden hervorgerufen durch die Epidemie mit dem unausweichlichen Ende.
Auch sprach sie wiederholt in der Schule Schloß Salem an Bodensee und in anderen Internaten zu Kindern und Jugendlichen
1994 wurde ihr das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen
1995 etablierte die KIS Kuratorium für Immunschwäche, München, den Annemarie Madison Preis, der jährlich zu den Münchner AIDS Tagen verliehen wird, in Würdigung von Verdiensten für einen menschlichen Umgang mit Opfern der AIDS Epidemie
während ihrer Arbeit in San Francisco mit AIDS Kranken betreute sie mehr als 256 „ihrer Jungen“ und begleitete sie bis zum Tod. Ihr Hauptfokus war sie ihnen Würde und Respekt zu geben, die ihnen oft vorenthalten wurden. Sie arbeitete mit anderen Fürsorgern, Ärzten, Freunden, Partnern, und auch mit Geschwistern und Eltern, oft um eine späte Versöhnung zu ermöglichen. Bis zum Ende war sie lange Jahre mit vielen Verwandten der Verstorbenen in Kontakt. Detaillierte Notizen sind der Städtischen Bibliothek von San Francisco übergeben worden, für deren Abteilung der Geschichte der AIDS Epidemie.
2002 ist ihr Name, gesponsort von Partnern und Freunden von verstorbenen Patienten, auf dem National AIDS Memorial in San Francisco verewigt worden
Über die Jahre wurde sie unermüdlich von ihren Mann Louis Madison, dann Restaurant Kritiker (San Francisco on a Shoestring) unterstützt, der im Januar 2008 nach 56 Jahren glücklicher Ehe starb
Sie blieb aktiv und unabhängig, und verbrachte ihre Tage in Diskussionen und mit Korrespondenz (oftmals hunderte von emails täglich) mit Freunden und Kollegen aus der AIDS Zeit weltweit
Inspiriert von AIDS Arbeitern in Nepal etablierte sie Heime für ehemalige Prostituierte und deren Kinder in Nepal
Zuletzt organisierte sie Unterstützung für ein Heim für AIDS Waisen in Kenya (Kiwi), geführt von einen deutschen Ehepaar
Sie bereitete gerade eine Reise nach Mumbai um dort der Hochzeit der Tochter eines Freundes beizuwohnen, und „auf dem Rückweg“ plante sie im März Freunde in Triest und Deutschland und die Münchner AIDS Tage zu besuchen
Annemarie hinterläßt ihren Sohn Michael (mit seiner Frau Valerie und deren Söhne Oliver und Freddie), die 2006 von Europa nach San Francisco zogen um in den letzten Jahren näher bei Annemarie und ihrem Mann Louis zu sein
Auch hinterläßt sie noch einige ihrer AIDS/HIV Patienten, die dank Fortschritte in der Medizin weiter überleben
Ihr unermüdliches Wesen, außerordentlicher Intellekt, Neugierde und Durchblick, Mitgefühl und Fürsorge für alle, die ein offenes Ohr oder eine tröstende Schulter brauchten wird von allen vermißt werden